BRUSTREKONSTRUKTION

BRUSTREKONSTRUKTION MIT EIGENGEWEBE

Die Entscheidung darüber, mit welcher Methode der Aufbau erfolgt, sollten Sie mit großer Sorgfalt und vor allem ohne zeitlichen Druck treffen. Informieren Sie sich im Vorfeld umfassend über die unterschiedlichen Methoden und Operationstechniken. Scheuen Sie nicht davor zurück, sich vor Ihrer Entscheidung zusätzlich von einem plastischen Chirurgen mit viel Erfahrung im Bereich der Brustrekonstruktion eine unabhängige Zweitmeinung einzuholen.

Ein gutes rekonstruktives Ergebnis kann Ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern und Ihre körperliche Integrität wiederherstellen. Die Rekonstruktion aus Eigengewebe, in der Fachsprache freie Lappentechnik genannt, erfolgt in modernen brustchirurgischen Kompetenzzentren ausschließlich mittels mikrochirurgischer Operationstechnik. Dabei wird Haut- und Fettgewebe an der ausgewählten Körperstelle (Bauch, Gesäß oder Oberschenkel) entnommen, ohne das darunterliegende Muskelgewebe zu beschädigen.

Das Gewebe wird an der Brustwand dann wieder mit dem Blutkreislauf verbunden und dort zur neuen Brust modelliert. Der aufwendigste Teil der Operation besteht im Freilegen und im Anschluss der Blutgefäße des entnommenen Gewebelappens an die Blutgefäße der Brustwand. Venen und Arterien mit weniger als 1 mm Durchmesser werden bei diesem Verfahren mit ca. zwölf Stichen unter dem Mikroskop miteinander verbunden, damit das eingesetzte Gewebe in der Brust ausreichend durchblutet wird.

 
Die am meist verbreitetsten Operationsmethoden bei Rekonstruktion mit Eigengewebe sind:
1. Das DIEP-Lappen-Verfahren

unter Verwendung von Eigengewebe aus dem Bauchbereich

Beim DIEP-Lappen-Verfahren dient ein ovaler Gewebelappen aus dem Bauchbereich unterhalb des Bauchnabels als Spendergewebe für die neue Brust. Der Bauchmuskel bleibt bei dieser Operationstechnik unversehrt. Dies ist vor allem für die Erholungszeit nach der Operation ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Verfahren. Der im Bauchbereich entstehende Gewebedefekt wird mittels einer Bauchdeckenstraffung verschlossen – ein bei vielen Patientinnen willkommener Nebeneffekt dieser Operationstechnik. Aus diesem Bauchfettlappen können sowohl eine als auch zwei Brüste aufgebaut werden.

2. Das S-GAP-Lappen-Verfahren

unter Verwendung von Eigengewebe aus dem Gesäßbereich

Wenn im Bauchbereich zu wenig Fettgewebe für die Entnahme vorhanden ist oder durch Voroperationen ein Gewebedefekt vorliegt, kann Spendergewebe aus dem Gesäßbereich entnommen werden. Der Brustaufbau mit dieser Technik kann ebenfalls ein- oder beidseitig erfolgen.

3. Das TMG-Lappen-Verfahren

unter Verwendung von Eigengewebe aus dem Oberschenkel

Alternativ zum Gesäß kann Spendergewebe aus der Oberschenkelinnenseite unterhalb der Gesäßfalte entnommen werden. Die Narbe liegt bei dieser Methode im Schritt und ist dadurch besonders unauffällig. Positiver Nebeneffekt dieser Operationstechnik ist eine gleichzeitige Straffung der Oberschenkel.

BRUSTREKONSTRUKTION MIT IMPLANTATEN

Die Brustrekonstruktion mit Silikonimplantaten zusammen mit der Entfernung des Brustdrüsengewebes in einer Operation (Primärrekonstruktion) ist für gynäkologische Kliniken oftmals die Rekonstruktionsmethode der ersten Wahl. Viele Frauen können sich jedoch nicht vorstellen, dauerhaft einen Fremdkörper in der Brust zu tragen. Außerdem kann es vor allem in Verbindung mit einer nötigen Bestrahlung zu späteren Problemen mit dem Implantat kommen. In diesem Fall bietet sich die sekundäre oder spätere Rekonstruktion der Brust aus Eigengewebe an.

Der sofortige Wiederaufbau der Brust mithilfe von silikongefüllten Implantaten ist eine der einfachsten operativen Formen der Rekonstruktion. Der größte Nachteil dieser Methode ist, dass der menschliche Körper das Implantat dauerhaft als Fremdkörper wahrnimmt und versucht, den Fremdkörper durch Bildung von zusätzlichem Bindegewebe einzukapseln. Die Oberflächenbeschaffenheit der neuesten Generation von Implantaten wirkt diesem Prozess jedoch entgegen; die Entwicklung von anatomisch geformten Implantaten hat zu einer erheblichen Verbesserung der Rekonstruktionsergebnisse geführt.

Zur Formung einer natürlich fallenden Brust wird ausreichend Haut benötigt. Sollte nicht genug Haut für den Aufbau zur Verfügung stehen, muss die Haut eine gewisse Zeit überdehnt werden. Dazu kommt ein temporärer Haut-Expander zum Einsatz, danach muss die Haut zwei bis drei Monate ruhen.

Das Implantat wird nach Möglichkeit hinter den gelösten Brustmuskel gelegt. Um eine ausreichende Deckung des Implantats durch Weichteilgewebe zur erreichen, kann zusätzlich ein körperresorbierendes Netz um Brustmuskel und Implantat gelegt werden.